Hochzeitsbräuche


Blumen:

Die Blumen als die Symbole des Lebens und der Freude

können in zweierlei Form in der Trauung auftreten.

Der Brautstrauss wird der Braut zum Einzug vom Bräutigam überreicht.

Die Kinder, die dem Brautpaar zum Auszug Blumen streuen, bringen sie auf den weg des Lebens.

 

Brautentführung / Brautstehlen:

Die Braut wird von ihren Freundinnen/Geschwistern "entführt".

Die Entführung geht zu einem Lokal in der Nähe des Veranstaltungsortes.

Der Mann nimmt mit Freunden/Geschwistern die "Verfolgung" auf

und muß die Getränkerechnung der Entführer bezahlen.

Wenn die Braut gefunden wurde, kehren Entführer und

Suchende  gemeinsam zur Hochzeitsgesellschaft zurück.

Die Entführer müssen "zur Strafe" mit den Suchenden tanzen.
Bitte beachten Sie im Interesse Ihrer Gäste,

daß die Entführung der Braut auf keinen Fall länger als eine Stunde dauern sollte.

 Es ist für die zurückbleibenden Gäste keine Freude,

die Hochzeit drei Stunden lang ohne die Hauptpersonen feiern zu müssen.

Auch für die Musiker ist es mitunter nicht ganz einfach,

die sich immer mehr ärgernden Gäste bei Laune zu halten.

Es ist nicht unsere erste Hochzeitsfeier,

bei der Gäste und Brautpaar nach deren Rückkehr handfeste Auseinandersetzungen hatten.

 

Brautstrauß werfen:

Um Mitternacht versammeln sich die Braut und alle unverheirateten Damen auf der Tanzfläche.

Die Braut steht mit dem Rücken zu den unverheirateten Damen.

Die Braut wirft den Brautstrauß hinter sich

und die unvermählten Damen versuchen den Strauß zu fangen.

Nach Überlieferungen wird die Dame, welche den Brautstrauß fängt, die Nächste sein, die zum Traualtar schreitet.

 

Ehrenspalier:

Freunde, Verwandte, Kollegen oder Vereinskameraden bilden,

wenn das Brautpaar aus der Kirche oder dem Standesamt heraustritt,

ein Spalier aus Blumen oder Dingen, die mit dem Hobby oder Arbeit des Brautpaares zu tun haben.

 

Hochzeitskleid in weiß:

Mit der Farbe weiß werden "Reinheit (Jungfräulichkeit), Vollkommenheit,

Freude und Festlichkeit, Leben und ungebrochenes Licht" verbunden.

So ist seit urchristlicher Zeit Weiß die Farbe des Taufkleides.

Sie ist darüberhinaus die Farbe für die Kleidung bei allen Festen,

an denen eine Lebenswende gefeiert wird, so bei der Hochzeit,

beim Eintritt ins Kloster oder beim Tod.

In Verbindung mit dem (Braut-)Schleier drückt sich im

weißen Brautkleid die Suche nach Schutz und Geborgenheit aus.

 

Hupkonzert:

Früher war es eher üblich, scheppernde Gegenstände an das Auto zu binden,

um die Hochzeit im Ort bekanntzugeben.

Heutzutage wird dieser Brauch eher durch ein Hupkonzert des Autoconvois übernommen.

 

Polterabend:

Der Polterabend ist der Abschied vom Junggesellen- bzw. Singledasein.

Grundlage für diesen Brauch ist, daß man früher glaubte,

das Hochzeitspaar sei bis zur Hochzeit von bösen Geistern bedroht

und diese gilt es, an diesem Abend durch lautstarkes Poltern mit Porzellan für immer zu vertreiben.

 

Reichung der Hände:

"Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.

Der Vater der Barmherzigkeit, der euch durch seine Gnade

zu diesem Stand der Ehe berufen hat,

verbinde euch in rechter Liebe und Treue und gebe euch seinen Segen."
Diese Formel eröffnet die Segnung.

Die Hände werden wie das Leben des Brautpaares zusammengeführt

und sind eine zentrale Geste im Rahmen des Trauversprechens und der Segnung.

 

Reis werfen:

Das Werfen von Reis nach der Hochzeit soll ein Zeichen von Fruchtbarkeit sein.

Vorher sollte man sich informieren,

ob der Standesbeamte bzw. Pfarrer/Pastor dieses erlaubt

(Verunreinigung und/oder Verletzungsgefahr).

 

Schleiertanz:

Bei der Hochzeitsfeier (meistens um Mitternacht)

 beginnt das Brautpaar unter dem Brautschleier zu tanzen.

Der Schleier wird von den Trauzeugen gehalten.

Jeder, der auch mal mit der Braut oder dem Bräutigam tanzen möchte,

muß ein wenig Geld in den Schleier legen und darf dann den Tanzpartner ablösen.

 

Versteigerung der Brautschuhe:

Ein (kontakt- und redefreudiger) Gast nimmt einen Brautschuh

und ruft eine amerikanische Versteigerung aus.

Es werden z.B. 5 € gesammelt (idealerweise in einem Sektkübel oder Hut geworfen).

Der nächste Gast bietet jetzt z.B.10 €. Das heißt,

der Differenzbetrag zwischen 5 und 10 €, also 5 €,

wird von diesem Gast in den Hut gegeben (im Hut befinden sich nun 10 €).

Der nächste Gast bietet nun z.B. 20 €

(Gast legt Differenzbetrag zu den 10 € im Hut und den gebotenen 20 €, also 10 € in den Hut).

So geht es immer weiter. Es wird also immer die Differenz zu dem Betrag

 im Hut und dem gebotenen Wert in den Hut gelegt.

Es liegt somit auch in der Macht des Moderatoren,

ob genügend Geld für die Brautschuhe zusammenkommt.


Für das Ende der Versteigerung gibt es jetzt zwei Variationen:

1. Variante: Der Bräutigam sollte der Letzte sein, der einen Betrag "ersteigert".

Er erhält somit den Zuschlag und den Brautschuh.

Das so "gewonnene" Geld fließt in die gemeinsame Urlaubskasse

oder dient als Taschengeld für die Braut.

2. Variante: Der Bräutigam muß den gesamten Erlös, den die Versteigerung erbracht hat,

zusätzlich an Bargeld dazugeben um den Brautschuh auszulösen.

Bei ersteigerten Geldern von 50 oder 100 Euro und mehr kann dies schon schwierig werden.

Man sollte dann lieber Variante 1 wählen.

 

Wegsperren:

Wegsperren oder sogenannte Sperrbräuche gehören zu jeder Hochzeit.

Es müssen Hindernisse vom Brautpaar beiseite geräumt werden.

Dies kann symbolisch geschehen, z.B. durch zersägen eines Baumstammes

oder direkter, z.B. durch Umwickeln des Hauses oder Autos mit Toilettenpapier.
(Hoffentlich fängt es danach nicht an, zu Regnen!)